Streunerprojekt auf Gran Canaria - Januar 2011 | Weggeworfen |Fortuna  Friends |

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Liebe Tierfreunde,

ich freue mich sehr, den neuen Gran Canaria Bericht (Januar 2011) des StreunerprojektsFür die Kinder dieser Welt“ mit Ihnen zu teilen. Jeder Tag auf der Sonneninsel bringt Schatten, die dunkler sind als jede Nacht. Jede Stunde birgt Emotionen die nur schwer mit Worten zu beschreiben sind.

Nicht nur die angespannte finanzielle Lage bereitet mir Bauchschmerzen, sondern auch die Ungewissheit, was mich erwartet, wenn ich an die eingerichteten Futterstellen komme.

Wieder tote Katzen?
Wieder geschundene Seelen?
Wieder das klägliche Miauen vor Hunger und Angst?
Wieder Beschimpfungen von herzlosen Menschen?

Doch egal was noch passieren wird: Ich danke Ihnen sehr für Ihre Hilfe und Unterstützung im vergangenen Jahr und hoffe sehr, dass Sie dem Assisi-Streunerprojekt auch im Neuen Jahr tatkräftig beistehen.

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Stefanie Mendola



Weggeworfen

Es versprach ein schöner und angenehm warmer Tag zu werden als ich mit meinem Hund Balu spazieren ging. An einer Mülltonne fing Balu auf einmal an zu schnüffeln. Eigentlich nichts besonderes, doch dann fiepste er und schnüffelte mit einer immer größer werdenden Aufregung weiter.

Balu war nicht zu beruhigen.

Ich schaute mich um doch ich entdeckte nichts. Nichts…..bis ich die Mülltonne öffnete….

Mir stockte das Herz und ich vergaß zu atmen. In der Tonne entdeckte ich ein Häufchen Elend das erbärmlich miaute. Ein Katzenkind verschmiert voller Öl, zitternd und kläglich jammernd schaute es mich an.

Ich sprach leise zu dem Tier und hob es vorsichtig aus der Tonne. Dann sah ich sie. Drei weitere Katzenkinder. Tot. Die kleinen leblosen Körper mit Öl verschmiert.

Wie lange hatte die kleine Katze schon auf ihren 3 toten Geschwistern gesessen?? Wie lange war der Todeskampf der 3 Katzen?

Schnell fuhren Balu und ich mit dem Findelkind zu uns nach Hause. Die Kleine bekam sofort sehr nahrhafte Kittenmilch von mir. Mit großen Augen und lautem Schmatzen verschlang sie die gute Milch. Danach fing ich an ihr Fell zu säubern. Es dauerte über 2 Stunden, bis ich den kleinen Körper von dem schmierigen Öl befreit hatte. Und dann sah ich es: eine kleines munteres Katzenmädchen das hübscher und goldiger nicht sein kann.

Die Fellreinigung war sichtlich nicht angenehm für die Kleine, doch es musste sein!

Wir alle waren unsagbar glücklich, dass Balu bei unserem Spaziergang die Kleine entdeckte. Ein wirklich toller Hund der uns schon so oft bei dem Streunerprojekt half.

An solchen Tagen – nach solchen Ereignissen gehen mir viele Fragen durch den Kopf und ich habe (wirklich) Mühe, meine Wut gegen solche erbarmungslosen, egoistischen und kalten Menschen (Menschen?) gegenüber zu verbergen. Dieses Mal aber stelle ich keine Fragen, sondern gebe unserem Findelkind die Chance dazu:
 

Sag mir Mensch, warum hast du mich
weggeworfen????

Ich sehe, ich rieche, ich fühle, ich höre, ich atme. ICH LEBE !
Ich bin ein Geschöpf so wie du!
Habe ich nicht auch das Recht auf dieser Welt zu sein?

Ich habe dir nichts angetan.
Ich habe dich nicht verletzt.
Ich habe dich nicht beschimpft.
Ich habe dich nicht verärgert.
Ich habe dich nicht bedroht.

Warum sollte ich sterben?
NUR GOTT darf
über Leben und Tod entscheiden. Aber nicht du Mensch !!

Wehe diesen Tierhassern, wenn sie stehen vor dem höchsten Gericht, denn Gott vergisst ihre Sünden nicht !


Ich habe die kleine Maus „Fortuna“ genannt, nach der griechischen Glücksgöttin.

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Fortuna & Friends

Anders als bei uns Menschen, werden „Neuankömmlinge“ in der Tierwelt von ihren Artgenossen herzlich empfangen und aufgenommen. Fortuna wurde von mir zu einer sicheren Futterstelle gebracht und wie erwartet, fühlt sie sich sichtlich wohl.



Sie ist noch sehr dünn und scheu, doch ich bin mir sicher, dass sie von Tag zu Tag an Gewicht zulegen wird. Sobald sie richtig bei Kräften- und die Zeit gekommen ist, wird auch sie kastriert werden.



Kastration ist –neben der regulären medizinischen Versorgung- eines der wichtigsten Themen bei dem Assisi-Streunerprojekt.

Unterkühlung, Flöhe, Zecken und Abmagerung sind die immer währenden Zustände der Katzen. In jedem zweiten Fall kommen dann noch Verletzungen, Misshandlungen und schwere Erkrankungen dazu. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Heute rette ich einer Katze das Leben und morgen wird wieder eine Katze bei lebendigem Leibe achtlos und kaltblütig in den Müll geworfen.

Es nimmt einfach kein Ende. Deshalb gehören solche Erfolge wie die Rettung von Fortuna zu den Ereignisseen, die mir Kraft geben weiter zu kämpfen.



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Es ist angerichtet

Die Tiergruppen –auch Kolonien genannt- an den eingerichteten Futterstellen ändern ihre Anzahl teilweise täglich. Wenn neue Katzen hinzukommen, ist es meine Pflicht die Neuankömmlinge ärztlich versorgen zu lassen. Wenn Tiere auf einmal nicht mehr da sind, dann fange ich an, mir sofort Sorgen zu machen ……… GROSSE SORGEN !



Es ist unglaublich toll zu erleben wie diese liebenswerten Geschöpfe spüren, dass ich es gut mit ihnen meine.

Die Tiere scheinen eine innere Uhr zu haben oder erkennen schon das Motorengeräusch meines Autos, wenn ich die jeweiligen Futterstellen anfahre, denn dann kommen sie aus allen Ecken herbeigelaufen. Laut miauend, mit großen Augen und dem lieblichen Schnurren.
 

Und wie man sieht, scheint es
den Kindern auch noch richtig
gut zu schmecken, wenn es
täglich erneut heißt:

„ Es ist angerichtet“ :o)


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Tankstellen-Streuner

Sie erinnern sich vielleicht noch an die Samtpfoten, die ich an einer Tankstelle –als ich auf dem Weg zu meiner Freundin war- entdeckte ?
(Dezemberbericht 2010 – Gegen die Schreie dieser Welt)



Leider war der Tankstellenpächter nicht gut auf meine Anfrage zu sprechen. Ich erzählte ihm von dem Streunerprojekt und von meiner Arbeit hier auf Gran Canaria. Ich merkte sehr schnell, dass er kein Interesse hatte das Projekt zu unterstützen. Wobei seine Unterstützung lediglich darin bestanden hätte, den dortigen 4 Katzen täglich Futter & Wasser zu geben, von dem ich selbstverständlich die Futterkosten komplett übernommen hätte.



Meine Anfrage blieb also erfolglos, mein Wunsch nach Unterstützung unerfüllt. Also fahre ich nun 3 Mal in der Woche knappe 70 Kilometer zu dieser Tankstelle -die in einer mehr als einsamen und kargen Gegend liegt- und reiche den Samtpfoten frisches Wasser und Futter.



Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn die 4 Leckermäulchen auf mich zugelaufen kommen und alle munter und gesund sind.

 

Nachdem ich im Dezember 2010 von den 4
Katzen 3 Stück einfangen und kastrieren
lassen konnte, habe ich vor kurzem auch den
4ten im Bunde (den Kater) einfangen und
kastrieren lassen können. Er hat alles gut
überstanden und ist wieder bei seinen 4
Mädchen an der Tankstelle :o))


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Neue Katzenkinder


Es passiert immer wieder das neue Katzen zu einer bereits bestehenden Kolonie dazukommen. Die Geburtenrate ist noch unglaublich hoch und da die Menschen kein Interesse haben, der Populationsrate entgegenzuwirken, ist folglich die Katzenkastration KEIN Thema für viele Menschen auf Gran Canaria.



Wie jeden Tag, kam ich auch dieses Mal an eine eingerichtete Futterstelle als ich 4 NEUE Katzenkinder entdecke. Es sind 4 Mädchen und ca. 10 Wochen alt. Ich bemerkte sofort das die Kleinen sehr mager und ausgetrocknet waren. Eine von ihnen grub in einem Erdloch, wahrscheinlich auf der Suche nach etwas Essbarem.

Ich rief nach den Katzenkindern und im Nu, kamen sie ohne Scheu zu mir gelaufen.



Ich bereitete eine nahrhafte Mahlzeit für die Kleinen vor. Die angereicherte Kittenmilch und das Nassfutter waren ratz fatz weggeputzt.

Die „großen Samtpfoten“ bekamen natürlich auch ihre Mahlzeit, die aus frischem Wasser und gutem Trockenfutter bestand.

Es ist unverständlich und nicht nachvollziehbar wie einfach es sich die Menschen machen.
Aus Bequemlichkeit lässt man seine Katze nicht kastrieren und wenn man dann bemerkt, dass die Katze Babys bekommt, setzt man einfach die ganze „Familie“ auf der Straße aus.

Oder aber man wirft sie in die Mülltonne und wenn da kein Platz mehr sein sollte, dann werden sie einfach in den Bergen ausgesetzt oder ertränkt.

Selbstverständlich werden die 4 neuen Mäuse –nicht nur medizinisch versorgt- sondern auch kastriert !

Wie Sie sehen –liebe Tierfreunde- nimmt die Arbeit hier auf Gran Canaria kein Ende. Ich mache meine Arbeit hier sehr gern, vor allem, wenn Erfolge zu verzeichnen sind.

Oft plagen mich aber auch schlaflose Nächte, weil ich nicht alle Samtpfoten retten kann und konnte. Für viele Menschen hier sind Katzen das, was man in den Müll wirft……

Die Streuner und ich würden uns unsagbar über weitere Hilfe und Unterstützung freuen, da unsere finanzielle Lage leider sehr angespannt ist. Durch die vielen Kastrationen, die medizinischen Versorgungen und dem großen Futterbedarf sind leider alle Spenden bereits aufgebraucht.

Bleiben Sie bitte bei uns! Das Streunerprojekt braucht Sie, denn nur DURCH und MIT Ihrer Unterstützung, kann das Projekt „Für die Kinder dieser Welt“ weiterleben.

 

 

letzte Aktualisierung  21.05.11

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