Streunerprojekt auf Gran Canaria -  November 2010

Freud  Leid

Lange ist es her als ich das letzte Mal von der Sonneninsel Gran Canaria berichtete. Kein Tag ist wie der andere, denn wo ich gestern noch lachte und mich freute, bedecken Tränen am nächsten Tag mein Gesicht.

Es war ein Tag wie jeder andere als ich an einer der von mir hergerichteten Futterstellen ankam.

Die Sonne schien freundlich vom Himmel herab, doch in meinem Inneren machte sich ein unruhiges Gefühl breit, da ich bereits einige Zeit zuvor schon bemerkte, dass von den ca. 120 Katzen (welche ich regelmäßig versorge) fast 50 Katzen nicht mehr zu ihrem Futterplatz kamen.

Sollte es wirklich ein Tag wie jeder andere werden? Weit gefehlt.

Ich machte mir Sorgen um die Tiere. Es musste was passiert sein !

An diesem Tag fand ich sie. Mein Herz zog sich zusammen und für Sekunden vergas ich zu atmen. Mit Entsetzen sah ich hinter einigen Büschen die toten Katzen liegen. Das Blut aus den kleinen Mäulchen und den Nasen war geronnen. Verkrampft lagen ihre kleinen -von Schmerz- gepeinigten Körpern auf dem Boden. Ich war schockiert. Bis heute bin ich mir sicher, dass diese Katzen vorsätzlich vergiftet wurden.

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Kinder dieser Welt

Dieses Erlebnis sollte nicht das letzte seiner Art sein. In einer Wohnsiedlung hatte ich ebenfalls eine große Futterstelle eingerichtet, zu der täglich zwischen 45 und 60 Katzen kamen um ihren Hunger und Durst zu stillen.

Als ich an diese Futterstelle kam, sah ich das Dilemma. Zwei Wasserschüsseln und ein großer Futterspender waren komplett zerstört.

Ich sah mir die kaputten Dinge an und dachte mir, dies sei das Werk von übermütigen Jugendlichen gewesen, die keine wirklich bösen Absichten hatten.

Ich zog also gleich los und besorgte neue Wasserschüsseln und einen großen Futterspender. Diesen füllte ich mit 4 Kilo Trockenfutter und zusätzlich verteilte ich noch 20 Dosen Nassfutter. Die Samtpfoten sind ganz besonders gierig auf das Nassfutter und einige „schreien“ sogar wenn ich die Dosen öffne. Ich vermute mal, weil es ihnen zu langsam geht :o)

Und dem „Schmatzen“ nach zu urteilen schmeckt es den Tieren vorzüglich :o)

Ich freue mich jeden Tag aufs Neue wenn ich zu den Tieren gehe und es ist unbeschreiblich schön zu spüren, zu sehen und zu erleben, wie die Katzen mir vertrauen.

Als ich am nächsten Tag wieder zu dieser Futterstelle in der Wohnsiedlung kam, sah ich dasselbe Bild wie tags drauf. Die Wasserschüsseln und der Futterspender waren kurz und klein geschlagen. Ich stand nur da. Ich war fassungslos. Wie konnte man nur so etwas tun ? Warum ? Ich fing an die Scherben zusammen zu räumen als auf einmal ein Anwohner vor mir stand und mich wütend und wild gestikulierend beschimpfte. Mir wurde von diesem Menschen (Mensch ???) unmissverständlich klargemacht, dass diese „Dreckskatzen“ Mäuse fangen sollen oder aber einfach nur verhungern ! Am besten wäre aber noch – so dieser Mensch (Mensch ???)- die Katzen sollten komplett von der Bildfläche verschwinden! Die Tiere würden alles in dieser Wohngegend verwüsten und nachts wären die Schreie der Tiere und das Laufen auf den Hausdächern einfach unzumutbar.

Und dann liebe Tierfreunde, gab mir dieser…….Mensch (?) folgende Worte mit auf den Weg:

„Sie sind hier unerwünscht und es wäre besser für sie, wenn sie Land gewinnen! Sie wollen sich nützlich machen ? Dann kümmern sie sich um Kinder und nicht um dieses Sch…Viehzeug“…………….

Wer ein Herz und eine Seele besitzt der weiß, dass alle Tiere AUCH KINDER dieser Welt sind !

Seit dem Tag der Beschimpfungen fahre ich nur noch zu sehr später Abendstunde in diese Wohnsiedlung und füttere die „Kinder“ im Schutze der Dunkelheit.

Es ist phänomenal, denn die Tiere spüren es. Sie spüren einfach alles und wenn ich ganz leise „pfeife“ oder nach ihnen rufe, dann kommen sie aus all ihren Verstecken zu mir gelaufen. Mittlerweile habe ich einen „Klicker“ den ich immer mit mir führe und die Katzen kennen das Geräusch. Es ist toll. Sobald ich zwei Mal den Klicker betätige, kommen sie ebenfalls zu mir gelaufen.

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Warum nur?

Am nächsten Tag sah ich –ca. 5 Kilometer von der Wohnsiedlung entfernt- vier kleine Katzenkinder an einer Bauruine spielen.

Übermütig tobten sie ausgelassen im Schutt. Ihre großen Kulleraugen leuchteten und ich musste lächeln. Unbefangen und doch so hilflos leben sie in einer Welt voller Hass, Gewalt und Missgunst. Ich hielt nach der Katzenmama Ausschau, die eigentlich in der Nähe ihrer Kinder sein sollte.

Aus der Ferne konnte ich das Muttertier sehen, doch zu groß war ihre Angst vor mir. Ich verstand ihre Angst, denn keiner weiß, was sie schon durch Menschenhand erleben musste.

Die vier Katzenkinder waren ebenfalls scheu und ich beschloss, das Vertrauen der Tiere zu gewinnen.

Jeden Tag fütterte ich die Katzen und sprach leise und behutsam zu ihnen. Ganz langsam legte sich ihre Scheu und sie kamen immer näher. Zwar konnte ich sie noch nicht streicheln und sie hielten noch großen Abstand vor mir, doch ich merkte, dass mein Wunsch ihnen zu helfen, von den Tieren verstanden wurde.

Mein Herz freute sich jeden Tag aufs Neue über die Fortschritte. Nach einer guten Woche schlug die Realität wieder zu. Die Katzenmama war nicht da. Ich sah sie nicht. Egal wo ich auch suchte, egal wie ich nach ihr rief. Sie kam nicht.

Ich fing an mir große Sorgen zu machen………und dann………dann fand ich den abgeschnittenen Schwanz der Katzenmama…………

Ich kann nicht in Worte fassen, was ich heute wie auch damals empfand.

Warum haben Tiere keine Daseinsberechtigung auf dieser Welt ?

Warum nehmen wir Menschen uns das Recht heraus, die Welt gehöre uns ?

Warum werden Tiere gequält, misshandelt und erniedrigt ?

Warum können Mensch & Tier nicht friedlich zusammen leben ?

Warum denken Menschen nicht ?

Warum ……….?????

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Einsam, aber geliebt

Neben den vielen Streunerkatzen auf der Sonneninsel, gibt es auch vereinzelt den einen oder anderen Hund. Wie dieser große braune Hundebub:

Er lebt an einem abgelegenen Marktplatz. Neugierig schaut er drein und obwohl er alleine durch die Straßen zieht, so wird er regelmäßig gefüttert.

Er ist bei vielen Menschen bekannt und sie mögen ihn sehr.

Eine alte Steinhöhle bietet diesem Hundebub Schutz vor Regen und der Sonne.

Keiner von uns kennt seine Vergangenheit und würde er uns seine Geschichte erzählen, wäre diese bestimmt lang.

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Karatetiger (Palmeral)

Immer wieder kommen neue Katzen zu den eingerichteten Futterstellen.

Nach recht kurzer Zeit weiß ich genau, welche Tiere von Beginn an dabei waren, welche Katzen fehlen und welche Tiere neu sind. So wie dieser große braune Kater:

Er ist seit kurzem dabei und ist kein wirklicher Schmusekater. Sein lautes Fauchen und sein Schlagen mit den Pfoten stuft ihn eher in die Kategorie „Karatetiger“ ein :o)

Wenn ich nicht schnell genug das Nassfutter hinstelle, bekomme auch ich seine Krallen zu spüren. Er besitzt keine Spur von Angst, sondern geht sofort zum Angriff über.

Es ist sehr stark verfilzt und sein Fell müsste unbedingt von Flöhen und Milben befreit, sowie gebürstet werden.

In den nächsten Tagen werde ich versuchen, ihn mit Hilfe einer Falle zu bekommen und dann wird der Rabauke kastriert und rundherum versorgt !

Unglücklicherweise musste ich auch in Palmeral feststellen, dass seit ca. 4 Wochen ungefähr 12 Katzen fehlen…….Es handelt sich bei diesen verschwundenen Katzen alle um kastrierte Tiere.. ………

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Körperpflege nein danke

Und so sieht es aus, wenn eine Samtpfote NEIN DANKE sagt:

Doch Körperpflege muss sein. Vor allem wenn das Fell stark verfilzt ist ! Um Hautirritationen zu vermeiden und auch das Fell von Ungeziefer zu befreien, muss das Büsten einfach sein !

Na siehst Du meine Samtpfote, geht doch. Ist das nicht angenehm ??

Den Kratzern nach zu urteilen eher doch nicht :o) Aber es hat sich gelohnt, denn ich konnte unheimlich viel Filz aus dem Fell rausbürsten !!!

Dies waren die aktuellsten Ereignisse von Gran Canaria. Es ist nicht einfach, doch dessen war ich mir seit Anfang an bewusst.

Mir wäre schon sehr geholfen, wenn ich “nur“ für die Tiere kämpfen könnte, doch stattdessen muss ich mich noch zusätzlich „gegen Menschen und deren Unvernunft wehren“.

Ich danke Ihnen sehr für den Moment und hoffe, Sie begleiten mich auch weiterhin wenn es heißt:

„Das Assisi Streunerprojekt auf Gran Canaria ist noch lange nicht zu Ende“

 

Und so können Sie helfen:

  • Wir brauchen noch dringend Futterspenden.

  • Für medizinische Versorgung und Kastrationen der Katzen sind wir auf Spenden angewiesen.   

  • Viele schwer verletzte Vierbeiner haben das Budget  vom Assisi mehr als stark beansprucht, bitte unterstützen Sie uns.!

Bitte helfen Sie uns - nur durch Ihre Hilfe ist es uns möglich die aktive Hilfe vor Ort zu leisten

Regelmäßig Futter. Was für die von uns geliebten Katzen und Hunde, die zu unseren Familien gehören, selbstverständlich ist, ist für die vielen Straßentiere meist nur ein unerfüllter Traum.

Zwar können die Tiere in den von uns betreuten Kolonien darauf  vertrauen, dass sie mit dem Nötigsten versorgt werden. Aber oft ist es eben auch nicht mehr als das. Und wenn neue Katzen die Kolonie vergrößern, weil sie irgendwo verjagt wurden und auf der Suche nach einem neuen, sicheren Plätzchen dazu stoßen oder einfach von jemandem an diesem Ort ausgesetzt wurden, gelangen wir schnell an die Grenzen unserer Kapazitäten.

Ohne SIE, ohne tierliebe Menschen, die uns bei unserer Tierschutzarbeit nicht nur mit Sachspenden, sondern auch den unverzichtbaren Geldspenden unterstützen, sind unserer Hilfe Grenzen gesetzt und für viele ungewollte und geschundene Tierseelen bedeutet das in Folge unsagbares Leid.

Um weiterhin effizient und schnell reagieren und den Tieren uneingeschränkte Hilfe zukommen lassen zu können, bitten wir Sie von Herzen, uns bei unserer ehrenamtlichen Arbeit finanziell unter die Arme zu greifen. Jeder gespendete Euro kommt direkt der Tierhilfe zu Gute.

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letzte Aktualisierung  21.05.11

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